Bücher.
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Es ist mir ein Rätsel, wer Frauenromane liest. Schon die Titel sind abschreckend. „Göttin in Gummistiefeln“, das klingt nach „Auch wenn du ungeschminkt bist bist du etwas wert du musst nur an dich glauben dann trifft du den richtigen Mann auch im Supermarkt an der Fleischtheke besonders an einem Tag an dem du aussiehst wie vom Bauernhof trink einen Jasmintee und mach dir eine Schlammmaske dann wird es dir besser gehen mein Herz“.
Oder das Buch „Ran an den Mann“. Bei dem Titel weiß ich schon genau, worum es geht: Jenny, gestresste Jungjournalistin, muss eine Story über Singles schreiben und verliebt sich dabei in Robert, den unscheinbaren Bibliothekar. Gleichzeitig macht ihr der Banker Christian den Hof. Nach einem unglücklichen Missverständnis meint Robert, Jenny sei mit Christian zusammen, aber im Grunde ist alles anders, als er denkt, allerdings genau so, wie die geneigte Leserin es erwartet. Frauen, die derartige Bücher lesen, können nur sexuell frustriert sein. Nicht umsonst spielen regelmäßig Vibratoren eine Hauptrolle in Frauenromanen. Meist werden sie unerwartet entdeckt, der Hund schleppt sie an oder der Angebetete überrascht die Protagonistin beim Kauf. Haha, wie peinlich. Haha, wie witzig. Selbst die Begründung „leichte Urlaubslektüre“ ist keine Entschuldigung, solche Bücher zu lesen. Dann schon lieber historische Romane. Liebe, Intrige, Happy End und – ja, liebe Männer, jetzt lästert ruhig – Bildung! Während ich, gespannt auf meiner Lippe kauend, die Abenteuer des entrechteten Grafensohns John of Leicester verfolge, der aus unerwiderter und nicht standesgemäßer Liebe zu Lady Sophie in den Krieg gegen Frankreich zieht, lerne ich spielend etwas über den Hundertjährigen Krieg. Das ist Wissen, das Laune macht. Männer können derartig intellektueller Lektüre nichts abgewinnen. Sie lesen lieber Romane, in denen russische Spione mit Sportflugzeugen das Pentagon erobern, um dort harten Sex mit der Sekretärin des CIA-Chefs zu haben und nebenbei die geheimen Mikrochips mit dem US-Atomprogramm zu stehlen. So ein Schmarrn. Da weiß man nicht, was schlimmer ist: die Spione auf dem Nachtkastl oder die „auto motor sport“ auf dem Badewannenrand, nassgesprenkelt vom letzten Duschen und liebevoll durchgeblättert während einer mindestens einstündigen Sitzung, nach welcher sich die Klobrille passgenau auf seinem Allerwertesten abzeichnete. Wenn ich des Abends im Bett liege, stelle ich mir vor, der schnarchende Spion neben mir sei Ritter John. Er hingegen diktiert mir im Traum wahrscheinlich seine Heldentaten in den Stenoblock, während er meinen BH nach einem Peilsender durchsucht. Solange im rechten Moment seine Rüstung nicht klemmt, soll es mir egal sein. |
Comics sind Bücher. Und damit ist eigentlich alles Wichtige gesagt. Und wer im Laufe von drei Monaten während seiner Toilettengänge ein ganzes Entenhausentaschenbuch liest hat eine literarische Leistung vollbracht, die eigentlich nur noch durch das Lesen von „Krieg und Frieden“ zu toppen ist.
Es gibt für Männer aber auch außer Comics sehr wenig Lesenswertes. Bedienungsanleitungen sind entweder für Frauen geschrieben oder von einem Koreaner aus dem Nepalesischen ins Deutsche übersetzt worden und damit nicht brauchbar. Anleitungen zum Aufbau eines IKEA Regals sind die einzigen Bedienungsanleitungen die ein Mann je lesen würde. Und da sie komplett ohne Worte auskommen und sich auf eine beschreibene Bilderfolge beschränken fallen sie per definition unter die Kategorie „Comics“. Der Rest der verfügbaren Literatur ist entweder schlecht oder lohnt sich aus anderen Gründen nicht zu lesen. Die Bibel zum Beispiel: Es gibt genügend Leute, die sie gelesen haben und einem eine gute Zusammenfassungen geben können und wer mehr Details braucht, der kann auch eine der zahllosen Verfilmungen anschauen. Das gleiche gilt für den Herrn der Ringe. Es ist ein hervorragendes Buch – keine Frage – aber warum sollte Mann das noch lesen? Schliesslich ist die Verfilmung gut genug und nach acht Stunden hat man es geschafft. Warum also ein ganzes Jahr lang auf dem Klo den dicken Wälzer lesen? Es scheint mir eh so zu sein, als wenn der ganze Büchermarkt auf Frauen angelegt ist. Vielleicht haben die mehr Zeit zum Lesen. Wobei ich nicht verstehe wie man kochen, putzen und schrubben kann und nebenbei auch noch schafft zu lesen. Auf jeden Fall ist Frauenliteratur keinem Mann zuzumuten. Selbst wenn es sonst nichts mehr zu lesen gäbe auf der Welt würde ich den Bergdoktor oder Bücher von Melissa Nathan nicht lesen. Mann muss schon lange suchen, um noch echte Literatur für Männer zu finden. Es gibt sie allerdings noch. Und ein Buch das kein Mann sich leisten kann nicht gelesen zu haben ist das „Action Hero Handbuch“ von David und Joe Borgenicht (ISBN: 3-453-86913-3). Es beschreibt wie Mann einen weißen Hai fängt, eine Kugel abfängt, jemanden rettet der über dem Abgrund hängt, Duelle gewinnt, einen Verbrecher entwaffnet oder mit einem Bus eine Verfolgungsjagd gewinnt. Hinterher kann man Indy Jones und James Bond blaß aussehen lassen. |